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Yokohama, China und Afrika

Bei trübem Wetter habe ich mich heute nach Yokohama aufgemacht – nur knapp 45 Minuten von Tokyo aus. Yokohama ist die zweitgrößte Stadt Japans und ist u.a. bekannt für sein Chinatown (chûkagai in Japanisch). Laut Lonely Planet “one of Yokohama’s greatest tourist attractions”. Das musste ich natürlich sehen ;) ! Und es waren wirklich viele Touristen unterwegs. Ich kann natürlich keine Vergleiche anziehen, wie eine Chinesenstadt so auszusehen hat, aber von dem aus betrachtet, was ich so aus den Medien kenne, passt die Bezeichnung definitiv! Super viele China-Restaurants, Läden mit chinesischen Artikeln und Maroneneverkäufer (ist die Marone ein typisches chinesisches Lebensmittel?!, die mit potentiellen Käufern Preise aushandeln wollten. Und die Verkäufer waren sogar noch echte Chinesen; was man ihnen auch anmerkte – im Vergleich zu den Japanern haben sie eine einigermaßen ruppige bzw. forsche Art an sich. Das fand ich übrigens gar nicht mal so schlecht, auch wenn man den Japanern natürlich ihre Höflichkeit (vor allem Kunden gegenüber, die hier Kaiser und nicht König sind) nicht übel nehmen kann ;) ! Jedenfalls musste ich natürlich zum Mittagessen in ein chinesisches Restaurant gehen (Lonely Planet schriebt dazu: “In Yokohama, the done thing is to have a bang-up Dinner in Chinatown”). Gelesen und gemacht. Ich habe mir ein Mittagsset bestellt mit Vorspeise (Eiersuppe – lecker!), Hauptgericht (Tofu mit Reis und scharfer Soße – lecker!) und Nachtisch (verzuckertes Pseudoobst aus der Dose – passte aber auch ;) ) zu einem Preis von 997 Yen. Also gar nicht mal soooo teuer, wie Lonely Planet behauptete (ca. 5000 Yen). So viel Geld kann man natürlich aus ausgeben, wenn man in super bekanntes Restaurant geht, vor dem die Leute Schlange stehen. War auf jeden Fall super, auch wenn ich mir Chinatown etwas größer vorgestellt hatte. Anschließend bin ich noch ein wenig an der Meerpromenade entlanggelaufen und habe mir dies und jenes angeschaut.

Yokohama feiert dieses Jahr das 150 jährige Jubiläum der Eröffnung des Hafens und veranstaltet deshalb viele Events. Als ich heute da war, fand das “African Festa 2009″ statt und hätte ich nicht schon etwas gegessen, hätte ich mir dort etwas geholt (sah wirklich alles sehr verlockend aus!). Es gab Essensstände, die Gerichte aus allen möglichen Teilen Afrikas anboten, dann gab es u.a. noch Kleidungs- und Informationsstände mit Afrikabezug.

Übrigens: Eine absolute Sensation zum 150 jährigen Jubiläum ist die Riesenspinne, erbaut von der französischen Künstlergruppe “La Machine”. Wirklich imposant!

Hier ein paar meiner fotografisch festgehaltenen Eindrücke:

Auf der Autobahn nach Yokohama

Vom Geschäft aus war ich heute mit meinem Chef und dem Chef von meinem Chef in Yokohama. Ha, somit habe ich endlich auch mal eine andere Stadt außer Tokyo gesehen; natürlich habe ich nicht wirklich viel von der Stadt gesehen, und ich glaube auch nicht, dass die Stadt so sehenswert ist, aber das Meer zu sehen (auf der Fahrt und vom 8. Stock des Museums), das war toll – und dann noch Sonnenschein! Endlich saß ich auch mal wieder in einem deutschen Auto, nachdem ich hier Autos ja zu 99 Prozent nur von außen bewundern kann (oder auch nicht): einem BMW 530i. Ich muss schon sagen, nichts geht über deutsche Wertarbeit, was Autos anbelangt ;) !

Yokohama - Vom 8. Stock des Museums aus gesehen

Grund der Fahrt nach Yokohama war eine Pressekonferenz: Das Yokohama Museum of Art hat eine Ausstellung zusammen mit der Firma Illies über selbige organisiert. Die deutsche Firma hat heute ihren Hauptsitz in Hamburg,  ihren Ursprung aber in Japan. Sage und schreibe fünf Generationen lebten und arbeiteten dort und dementsprechend verbunden ist die Firma mit dem Land. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Firma, die 1859 in Japan gegründet wurde, wie sie wurden, was sie sind, viele Fotos, Schriftdokumente,… Schon faszinierend, wenn man bedenkt, dass es 1859 noch keine Flugzeuge gab – eine wahre logistische Leistung!