Heute war Museumstag: Ich bin nach Ueno gefahren und habe, nachdem ich mich mit einem Döner (da kamen Heimatgefühle auf
) gestärkt hatte, das National Museum of Western Art besucht. Zur Zeit ist dort eine Ausstellung mit Gemälden aus dem Pariser Louvre: “Revolution in the Classical Age: 17th Century European Masterpieces from the Louvre Museum Collection” (läuft noch bis zum 14. Juni).
Zu sehen waren Gemälde von
Poussin, Pourbus, de Fontenay, Mignard, Grimaldi, Mignon, van Rijin, Hals, Maes, Berckheyde, Bosschaert der Ältere, Vermeer, Dupuis, Bautista Martínez del Mazo, le Lain, Falcone, van der Meulen, Spanische Schule des 17. Jahrhundert, Snayers, Flamische Schule des 17. Jh., de Villavicencio, van Ostade, Steen, Rubens, Hofmann, van Everdingen, Post, Lorrain, Velázquez, Breenbergh, Backhuysen, van Ruisdal, Coorte, Mola, Boel, van der Heyden, van Dyck, Giordano, Fetti, Brueghel, Romanelli, Dou, Wtewal, de La Fosse, Carracci, Vouet, de Cortona, Dolci, Domenichino, de la Tour, Francken der Jüngere, van Steenwijck der Jüngere, Tristán, Murillo, Albani, Battista Viola, Dujardin, Drost, Patel der Ältere, Le Brun, Francken der Jüngere, Italienische Schule des 17.Jh., de Deyster, Corneille der Jüngere, Guercino.
Normalerweise bedeutet für mich ein Museumsbesuch, in Ruhe, entspannt und mit Muse die Ausstellungsstücke anzuschauen. Aber bei dieser Ausstellung traf nichts, aber wirklich gar nichts für mich darauf zu! Ich mag beinahe behaupten, dass das der nervigste Museumsbesuch war, den ich je erlebt habe. Normalerweise mag ich Museen, schaue mir gerne Ausstellungen an. Aber (es kann natürlich sein, dass es daran lag, dass heute Sonntag ist) es war einfach nur voll. Keines der Bilder konnte ich in Ruhe anschauen, weil überall Japaner waren. Ja, sie haben sich sogar als Schlange drapiert, um schön geordnet die Bilder anschauen zu können. Das habe ich noch nie erlebt, außer bei der Mona Lisa im Louvre. Und selbst dort, wo viele Touristen sind, hat man wenigstens ein bisschen Platz. Das hat mich wirklich ziemlich aufgewühlt – Kunst ist doch kein Anstellen für einen Hamburger! Kunst soll man genießen, mit Muse und individuell. Bei den Japanern scheint wirklich alles seine Ordnung haben zu müssen. Schrecklich! Ich habe mich natürlich nicht in der Schlange angestellt, sondern bin wie es mir passte umhergelaufen und habe mir die Bilder versucht in Ruhe anzuschauen. War aber auch nicht möglich, weil ständig irgendwelche Japaner vor mir standen und den Weg zur besseren Sicht versperrten. Für die Japaner scheint es wirklich ein Großereignis zu sein, Bilder aus dem Louvre auch einmal in ihrem Heimatland zu sehen. Auf mich machte es aber auch den Eindruck, dass viele sich die Ausstellung einfach nur nach dem Prinzip “dann kann ich erzählen, ich habe Originalwerke aus dem Louvre gesehen!” anschauten. Und wenn die Langeweile dann zu groß war, setzten sich die Japaner irgendwo hin, texteten SMS oder schliefen.
Ich habe mir dann noch die Matsukata Kollektion des National Museum of Western Art angesehen mit Werken von
Rodin, Carpeaux, di Nardo, Botticini, da Mantova, Montagna, Salviati, Veronese, Tintoretto, Vasari, Bassano, van der Weyden, Ysenbrandt, Patinir, Brueghel der Ältere, Terbrugghen, Rubens, Jordaens, van Dyck, Flinck, Teniers, Dou, Heem, Collier, van Swanevelt, Breenbergh, Reni, Flemische Schule des 15. Jh., de Ribera, Cavallino, Lorrain, Guercino, de La Tour, Both, van Ruysdael, van Clève, de Largillierre, Lancret, Nattier, Battista Tiepolo, Wilson, Domenico Tiepolo, Carlone, Fragonard, Vernet, Capet, Robert, Bertin, Delacroix, Corot, Millet, Rossetti, Doré, Moreau, Manet, Fantin-Latour, Renoir, Sisley, Pissarro, Monet, Gaugin, van Gogh, Bernard, Ranson, Bonnard, Signac, Denis, Vuillard, Bourdelle.
Dort war es schon angenehmer, aber wirklich genießen konnte ich die Kunstwerke nicht mehr, und habe das Museum zeitig verlassen. Jetzt hätte ich ja eigentlich genug haben sollen, hatte ich aber anscheinend nicht und bin anshcließend noch in das National Science Museum, Tokyo gegangen. Dort läuft gerade die Ausstellung “Dinosaurs of Gondwana” (bis 21. Juni), und da ich ja früher einmal Paläontologie studieren wollte, musste ich natürlich unbedingt hinein. Hat sich auch wirklich gelohnt: Interessante Aufmachung (leider zum Großteil nur auf Japanisch). Mit Kauf des Tickets konnte man dann noch in die restlichen Teile des Wissenschaftsmuseums hinein. Und ich muss sagen – ich war schwer beeindruckt (und meine schlechte Laune nach dem Ausflug in die japanische Übervölkerung in der Louvre-Ausstellung besserte sich dadurch ungemein!): Das Museum hat seine Hausaufgaben in Sachen Wissenspopularisierung gut gemacht. Zwar war wieder vieles nur auf Japanisch, aber auf mehreren Etage konnte man das Leben unter Wasser, über Wasser, die Evolution des Menschen, weitere Dinosaurier mit Videokommentaren des berühmten Paläontologen Dr. David Norman, Technik sehen und ausprobieren. Denn neben Anschauungsmaterial konnte man auch selbst aktiv werden auf Knöpfe drücken, um verschiedenes Insektengezirpe z.B. zu hören, wie Strom weitergeleitet wird, Audiokommentare, Videos,… Und die Gestaltung der einzelnen Ebenen war auch sehr gut. Man wurde praktisch in die jeweilige Umgebung hineinversetzt. Ein Raum z.B. war wie ein Urwald, die Wände waren als Felswände gestaltet, ein anderer zeigte die Unterwasserwelt anhand von Präparaten, Schaubildern, und auch hier war der Raum in die Ausstellung integriert. Wäre ich Lehrer in Japan, würde ich dort mit meinen Schülern hingehen. Definitiv mindestens einen Besuch wert!
Um den Tag kulinarisch ausklingen zu lassen, habe ich mich ausnahmsweise ins Hard Rock Café im Bahnhof von Ueno.
begeben (ausnahmsweise wegen der Preise
) und einen schön großen, leckeren Salat gegessen. Das Grünzeug fehlt mir hier nämlich etwas…
Ach, und bevor ich es wieder vergesse:
Ich wünsche allen FROHE OSTERN