Ich war wirklich noch nie so oft im Ballett. Aber da ich mal wieder von der Arbeit eine Freikarte bekommen habe (die Karte kostet normalerweise 12.000 Yen, und das war nicht mal die teuerste Kategorie), musste ich natürlich heute nach Gotanda in die U-Port Hall fahren, um mir ein Stück in zwei Akten namens “Giselle” u.a. mit Friedemann Vogel (ok, ich bin Laie, habe natürlich noch nie etwas von ihm gehört, tanzt aber in – ähm – Stuttgart), der den Albrecht spielte, Mizuka Ueno und Mika Yoshioka (Giselle) sowie Haruo Goto und Kazuo Kimura (Hilarion) anzusehen. Es ging um ein klassische Thema: Zwei Männer (Albrecht und Hilarion), die um eine Frau (Giselle) buhlen, die am Ende stirbt, um es einmal extrem kurz und grob zu fassen. Ich habe mich natürlich schlau gemacht:
“Giselle” gehört (neben “Schwanensee“, “Dornröschen“ und “Der Nussknacker“) zu den berühmtesten klassischen Balletten. Es wurde 1841 in Paris uraufgeführt. Der Inhalt geht dabei auf Heinrich Heine zurück, der von der Sage der Wilis berichtet. Die Wilis sind Bräute, die vor der Hochzeit gestorben sind und deshalb nicht in Ruhe in ihrem Grab liegen können. Um Mitternacht erwachen sie und tanzen auf den Waldlichtungen. Der Mensch, der ihnen dann in die Hände fällt, muss mit ihnen tanzen, bis ihn der Tod ereilt. Giselle, ein junges Bauernmädchen, verliebt sich in einen schönen Fremden. Der eifersüchtige Hilarion findet heraus, dass es sich bei dem Fremden um den Herzog Albrecht handelt, der bereits verlobt ist. Diese Nachricht treibt Giselle in den Wahnsinn und in den Tod. Als Wili wird Giselle von deren Königin Myrtha in den Kreis der Luftgeister aufgenommen. Hilarion wird zum Opfer der tanzenden Wilis. Albrecht kann aber dank der unverbrüchlichen Liebe Giselles vor den Wilis gerettet werden. Und dass, obwohl er ihr nichts von seiner Verlobung erzählt hatte!
Ich bin zwar im zweiten Akt teilweise eingeschlafen (dunkle Räume scheinen einen ermüdenden Effekt auf mich zu haben
- es lag also nicht am Ballett), aber es war mal wieder eine feine Sache: Tolle Tänzer, tolle Kulisse, tolles Orchester!