Archiv der Kategorie: Ginza

Ein Wiedersehen mit alten Freunden…

Heute war ich in Tsukiji und habe mich mit zwei alten Freunden getroffen, die ich bei meinem Aufenthalt in Fukuoka 2005 kennen gelernt hatte. Masa war über das Wochenende bei Koji in Tokyo, und hatte mich angemailt, ob ich nicht Lust auf Mittagessen hätte. Klar hatte ich! Wir haben uns dann am Sony Building in Ginza getroffen und haben dann anschließend Koji am Kaufhaus Mitsukoshi getroffen. Dann sind wir zusammen in ein Sushi-Restaurant in Tsukiji gegangen. Tsukiji ist vor allem für seinen Fischmarkt bekannt, der als größter weltweit gilt. Es gab diverse Fischsachen, die an einem Förderband an einem vorbeifuhren. Man konnte sich dann das nehmen, was einem so gefiel und die Teller, auf denen Sushi u.a. war stapelte dann aufeinander. Und das hat System: Die Teller hatten nämlich unterschiedliche Farben und Muster, ganz abhängig davon, was auf dem Teller war. Und danach wurde dann auch abgerechnet. Heißt: Jede Farbe und jedes Muster ein anderer Preis. Sehr effektiv. War zwar mit über 9000 Yen nicht gerade billig, aber ich musste zum Glück nur 2000 Yen zahlen! Abgesehen davon, dass alles sehr lecker war, kann ich mich jetzt mit ein Essenspremieren brüsten: Aal und Seeigel. Nur das Pferdefleisch wollte ich nicht wirklich probieren…

Danach sind wir noch kurz zu Koji nach Hause, und ich habe ein paar Fotos geschossen. Das Wetter ist heute zwar alles andere als gut, aber es war ein toller Sonntag. Hat wirklich Spaß gemacht, mal wieder alte Gesichter zu sehen!

Nebenbei erwähnt sei, dass heute noch der Tokyo Marathon war. Die  Marathon-Läufer taten mir schon etwas leid, bei dem Wetter so durch die Gegend zu joggen.

Und noch eine Kleinigkeit: Ich habe endlich ein Prepaid-Handy! Somit bin ich endlich auch mobil erreichbar und flexibler. Nur über Mail erreichbar zu sein, schränkt einen in seiner Spontaneität doch etwas ein! Es ist ein 730SC (was auch immer das nun heißen mag ;) ) von Softbank in Schwarz. Finde, es sieht ganz schick aus und das Menü wurde auch auf Englisch eingestellt, damit ich nicht nur Bahnhof verstehe :) ! War übrigens auch gar nicht so teuer. 4.830 Yen das Handy und dazu noch eine Prepaidkarte für 3000 Yen. Der einzige Nachteil ist nur, dass ich keine internationalen SMS verschicken kann. Naja, man kann eben nicht alles haben!

Kabuki und Kulinarisches aus Japan und Korea

Heute war ich mit ein paar Leuten im Kabuki-za ein Kabuki-Stück anschauen. Wir besuchten aber nur einen Part der Vorstellung – normalerweise geht so ein Stück über ein paar Stunden und ist in mehrere Parts unterteilt. Man konnte also wählen zwischen dem ganzen Stück oder nur einem Teil. Ich hatte es mir weitaus langweiliger vorgestellt, aber dank Simultanübersetzer im Ohr konnte man dem Ganzen doch einigermaßen folgen. Es gab sogar einen Studentenrabatt von 1oo Yen! So zahlte ich dann nur 600, statt der üblichen 700 Yen für einen Part des Stückes! Für alle, die es interessiert, ein wenig zur Geschichte des Kabuki Theaters auf Englisch (nachzulesen hier):

HISTORY OF THE KABUKI-ZA THEATRE
There have been more than 35 overseas tours,and they have performed in 60 different cities,in 21 countries.
Since it opened in 1889,the Kabuki-za theatre with its diverse history, is now the centre in traditional culture. Since its first performance which took place in Kyoto at the beginning of 17th century,there have been many innovations made to Kabuki.
The Kabuki-za was burned to the ground in a fire in Oct,1921. Rebuilding began in the following June. Uncompleted,the theatre was again damaged,by the great earthquake that hit the Kanto area in September,1923.The new theatre was finally completed in December of the following year.
Plays still continued even during the war years,until a massive air raid on Tokyo on May,1945 completely gutted the building,leaving only the outer walls standing. Kabuki-za was rebuilt for the third time and reopened in January,1951.Since then,many alterations have been made to improve stage effects and enhance the comfort of the audience.
Sitting in audience seats,you will first notice the curtain. The Kabuki-za uses three colours;black-green-and orange. These three colours are a tradition in the Kabuki world.
And to the left of the main stage,there is the “Hanamichi” the extension stage. This stage not only helps the actors to get the feel of the audience,but it also creates an atmosphere of intimacy.
The make-up “Kumadori” is very artistically done. And the costumes are resplendent in colour giving you a deeper impression of the intricacy of Kabuki, not only the technique of the actors,but in the Kabuki performance itself.You will see “Onnagata” actors who specialize in portraying female roles. The musicians who play constantly throughout each performance help to give Kabuki its well- deserved rank in the art of traditional culture.

Anschließend sind wir dann noch bei Sonnenschein ein wenig über die Ginza gelaufen, haben uns das Sony Building, das Shiseido Art house und die dazugehörige Gallerie angeschaut. Das Sony Center hat einges zu bieten: Showrooms neuer Produkte, Entspannungsraum, und Treppen, die, wenn man sie hoch- und/oder runterläuft die Tonleiter erklingen lassen und dies dann auch noch am Rand in Form von dazu farbig erleuchtenden Punkten visuell untermalen. Do re mi sozusagen ;)

Mittags waren wir in Ginza essen – ich wählte Curry Udon. Um sechs Uhr haben wir uns dann mit noch ein paar anderen Leuten, die ich alle zum ertsen Mal sah, in Naka-Okachimachi an der Metro Station getroffen und sind koreanisch essen gegangen. Die Leute kamen aus Dänemark, Deutschland, Mexiko, Korea, Australien, Spanien und waren alle sehr nett. In dem koreanischen Restaurant bestellte Uno, die Koreanerin ist und hier in Tokyo bei ihrem Bruder wohnt, alles mögliche: Kimchi, Fleisch, verschiedene eingelegte Gemüsesorten, eine Art Omelette, einen Eintopf mit Würstchen, Tofu, Nudeln und was weiß ich nicht noch alles darin! Interessant war, dass man das auf der heißen Platte brutzelnde Fleisch anschließend auf ein Salatblatt legte und andere Topics darauftat (wie zum Beispiel Kimchi, Soße,…), es dann einrollte und aß. Hatte ich auch noch nie gesehen, hat mich aber etwas an Döner Essen erinnert: Da kleckere ich mindestens genauso viel ;) !

Fazit: Ein schöner Tag mit Sonnenschein, gutem Essen und netten Leuten!

Akihabara & Ginza

Akihabara, oder auch liebevoll Akiba genannt, ist wirklich der Himmel für jegliche Nerds oder einfache nur Leute, die bei Technikkrimskrams große Augen und feuchte Hände bekommen. Und es scheint viele von solchen Leuten zu geben, denn es war voll. Menschen überall, einkaufend, ins Handy quatschend, mich anrempelnd und verschämt weggucken (schrecklich) – wobei das mit den Menschenmassen wohl auch eine Tokyo-Sache ist. Bei dieser Stadtgröße kein Wunder, denn irgendwo MÜSSEN die Leute ja hin! Ich habe mir zwei Adapter gekauft, weil meiner extrem unnützlichist. Hätte mir am besten gleich noch einen Fön besorgen sollen, meiner scheint sich von der Voltzahl 220 auf 10 degradiert zu haben. Obligatorisch (weil zu diesem Zeitpunkt mein Wireless Lan ja noch nicht funktionerte), der Stopp in einem der unzähligen Internetcafes. Und dieser Besuch hat mich das Internetcafe angeekelt und desillusioniert wieder schnellstens verlassen lassen: Es gab ausnahmsweise in diesem Kaffee keine separaten Kabinen, sondern man saß in Reihen,  neben den anderen Leuten. Neben mir saß ein Japaner und las ihn seinem -anscheinend erotischen Mangaheftchen. Und was kam dann? Der fasste sich doch tatsächlich zwischen die Beine (ich führe das hier nicht weiter aus, aber man kann sich ja folgendes vorstellen: Reibung erzeugte in diesem Fall nicht nur Wärme). Ich war dermaßen angeekelt, dass ich schnell meine Sachen zusammenpackte. Hilfe!!!

Nach diesem Schock brauchte ich ein Kontrastprogramm, stieg in die Metro Linie Hibiya Richtung Roppongi ein und in Ginza wieder aus. Ginza – wer kennt diesen Namen nicht in Verbindung mit Luxusläden, Luxusklamotten und schicken kleinen Japanerinnen, die ihre Louis Vuitton Tasche durch die Gegend flanieren.  Und dieses Klischee bestätigte sich. An diesem Samstag flanierten sie alle, und zwar nicht nur über die Bprgersteige, vorbei an Hermès, Gucci, Prada und Konsorten,sondern auch auf der Straße – diese wird anscheinend nämlich immer für eine bestimmte Zeitspanne gesperrt, damit man sich beim Rumstolzieren nicht auf die neuen Lackpumps von Manolo Blahnik tritt oder eben mal mitten auf der Straße seinen Kaffee trinkt. Auffällig waren neben schicken Japanern und Japanerinnen auch eine Vielzahl ausländischer Gesichter. Touristen, in Tokyo Lebenden,…Und noch auffälliger war die absolue Sauberkeit der Straße und der Bürgersteige. Kaugummi, Zigarettenstummel? Fehlanzeige. Denn, der Tokyoter weiß sich ja zu helfen, wenn es um die Sauberkeit seiner Stadt geht:  Er errichtet alle paar Meter einen Aschenbecher im Großformat, in den die Zigaretten ausgedrückt werden sollen. Was in Deutschland meistens trotzdem missachtet wird, vollführt der Japaner in Perfektion: Wer Lust auf eine kleine Raucherpause vom Shoppen auf der Nobelmeile hat, stellt sich schön brav neben den Behälter, raucht fertig und drückt die Zigarette brav im Ascher aus.